Freitag, 11. November 2011

Mein frecher Freund Franz

Immer wieder wird die Frage laut: wer ist eigentlich der Vater von Gandalf und Galahad? Ein wichtiges Problem offenbar! Bei Facebook gibt es dazu sogar schon eine Umfrage. Die längst fällige Klärung des who-is-who scheint also erstens noch offen und zweitens sehr wichtig, wenn nicht sogar richtig drängend zu sein. 


Sinnestäuschungen durch Bilder
Nun ist es naturgemäß bei Säugetieren und Menschen so, dass es immer recht klar - nämlich sichtbar - zutage tritt, wer die Mutter ist, unklar dagegen ist jedoch gelegentlich, wer der Vater ist, nicht umsonst werden gelegentlich Vaterschaftsprozesse geführt, wogegen man eher seltener  von Mutterschaftsprozessen hört. Doch das soll uns hier gar nicht aufhalten. Hier geht es eher um Schein und Sein, Lug und Trug, Irrungen und Wirrungen, aber auch um gedankliche Kurzschlüsse und Vorurteile. 


Pickenpechner, der "liebende Vater"
Genau hier kommt mein frecher Freund Franz ins Spiel. Denn er hatte eines Tages eine wirklich dreiste Idee: er schlug mir vor, einen seiner ehemaligen Geschäftspartner, der sich als mehrfach vorbestrafter Kleinkrimineller mit ergänzendem Hartz IV durchs Leben schlug und aus Prinzip gern auf Kosten anderer lebte, zu ärgern. Der Grund, warum Franz diesen Menschen - den er stets  konsequent und mit kindlicher Freude "Pickenpechner" oder "den liebenden Vater" nannte - so dringend und nachhaltig ärgern wollte, hat sich mir bis heute nicht erschlossen, aber ich muss ja auch nicht alles wissen. Manchmal genügt für die Organisation des Alltags die einfache Regel: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und jemand, der seine Frau nicht nur jahrelang hintergeht und betrügt, sondern auch die zwei Kinder, für die er irgendwann einmal jeweils eine Zelle gespendet hat, mit öffentlicher Ansage um deren Lebensunterhalt prellt, ist mein Feind. 


Pseudonym als Identität
Die Ausgangslage war also klar, man wollte den angeblich "liebenden Vater", der "seinen" Kindern nicht einmal Geburtstagsgeschenke zukommen lässt, ein wenig ärgern. Und mein Freund Franz wusste, wie das zu tun war: allein durch den nick Vater von Gandalf und Galahad. Dieser nickname war außergewöhnlich, unverwechselbar, und versprach allein deswegen schon einige Vorzüge für das angestrebte Google-ranking. - Gesagt, getan. Franz Poth eröffnete also auf seinen eigenen Namen - dieser Umstand ist juristisch bedeutsam! - etliche Konten bei eBay, bei Facebook, für Leserkommentare  oder kleinere Artikel bei diversen Zeitungen, sowie etliche homepages auf diesen schönen nick, sowie selbstverständlich auch einen Eintrag in die bekannte Suchmaschine Yasni. Nun konnte es losgehen. 


Persönlichkeitsrecht: das Recht am eigenen Bild 
Die Sahne auf dem Eis jedoch war: für alle diese Konten erbat sich Franz Poth von einem Dritten das Recht, dessen Bilder verwenden zu dürfen. Was dieser Dritte gern tat, aus Gründen, die hier keine Rolle spielen sollen. Dieser Coup gelang perfekt, führte zu mehreren gescheiterten Versuchen Pickenpechners, das alles juristisch zu unterbinden, und placierte in den Köpfen der interessierten Leserschaft eine feste Verbindung zwischen dem Bild und dem Namen Vater von Gandalf und Galahad. Franz Poth überlegte sogar allen ernstes, ob er beim Europäischen Patentamt einen Schutz von Vater von Gandalf und Galahad als Wort-Bild-Marke beantragen solle - mein Hinweis auf die damit verbundenen Kosten schreckte ihn allerdings davon ab. 


Wie man in den Wald hineinruft... 
Immerhin hat er sich dann, gegen eine geringe Gebühr, den nick Vater von Gandalf und Galahad als offizielles Pseudonym bei seiner Meldebehörde in den Personalausweis eintragen lassen. - Also, wie gesagt, mein Freund Franz ist ziemlich frech. Deshalb hatte er an all diesen Spielchen eine diebische Freude. Woraus man ersehen kann: wer sich als Pickenpechner mit meinem Freund Franz Poth anlegt, der muss sich warm anziehen. Wer sich aber warm anziehen muss, der wird unter Umständen etwas langsam und unbeweglich. 


(Fortsetzung folgt)