Freitag, 11. November 2011

Dummdeutsch – heute: die sogenannte „Spirale der Gewalt“

(Gastbeitrag von Emanuel Speh und Kay Lorey) 


Bereits seit Bastian Sicks Reihe zum Thema  „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“  ist die Qualität der Sprache in Deutschland wenigstens gelegentlich wieder zum Thema geworden. Das ist gut. Doch da wir - anders als die Franzosen mit ihrer Académie française - leider keine Einrichtung haben, die sich verantwortlich um die Pflege unserer Nationalsprache kümmert, sind wir Deutschen auf uns selbst angewiesen. Und da sieht es leider ziemlich bitter aus. Es fehlt an der Kompetenz, leider gerade beim akademischen Nachwuchs sowie insbesondere bei Politikern und Journalisten. 

Gerade also die, denen die Pflege einer guten, sinnvollen und auch schönen Sprache besonders obliegen müßte - Politiker, Journalisten und andere Diener der Sprache (sogenannte  „Multiplikatoren“!) - versagen hier kläglich. Zum einen plappern sie sinnlos eingedeutschte Anglizismen nach (Stichwort: „Denglisch“), zum anderen verbreiten und vervielfältigen sie Ausdrücke, die lediglich Zeichen dafür sind, daß man entweder Opfer einer Propaganda wurde oder aus anderen Gründen das Nachdenken (die sogenannte „Reflexion“) über das eigene Sprechen und Schreiben aufgegeben hat. 


Sinnlos, gefährlich und dumm: 
das Geschwätz von der „Spirale der Gewalt“  
Besonders gern wird dieser Begriff verwendet, um aus deutscher Sicht das Geschehen im „Nahen Osten“ zu beschrieben und zu kritisieren; meist ist dies ein Appell an die „Vernunft“ der Vernünftigeren, also der Israelis. Gleichzeitig ist es aber auch eine Kritik an Israel und eine Verhöhnung der - meist jüdischen - Opfer des blindwütigen und menschenverachtenden palästinensischen Terrors. 

Die Implikation des Begriffs  „Spirale der Gewalt“ ist falsch: es handelt sich so gut wie nie um eine „Spirale“, sondern es gibt einen Täter und ein Opfer. Der Täter ist jemand, der handelt, und das Opfer ist jemand, dem etwas geschieht. Oder, auch das kommt vor: der Mittäter ist einer der nicht handelt, weswegen dem anderen - oder einem unbeteiligten Dritten! - etwas geschieht.  

Die vermeintliche „Spirale der Gewalt“ dreht sich also angeblich, was eine doppelt dumme Metapher ist. Zum einen stimmt die Behauptung nicht, es handle sich um eine Spirale, und zum anderen ist es recht widersinnig anzunehmen, diese Spirale solle sich auch noch drehen. Es handelt sich hier um einen typisch dummdeutschen Versuch, einen komplexen Vorgang in ein schlichtes - und auch für Hauptschul-Abbrecher oder für Menschen mit Migrationsvordergrund verständliches - Bild zu packen. Eine bildgewordene Milchmädchen-Rechnung also.  

Nach den Grundsätzen der Ethik ist jeder verantwortlich für sein eigenes Verhalten. Es ist nicht sinnvoll zu sagen, „weil Du mein Auto beschädigt hast, zünde ich Dir Dein Haus an“; jeder kann zu jedem Zeitpunkt neu und verantwortlich entscheiden, es gibt keinen Automatismus. Es gibt auch keine Blutrache. 


Den Terror an der Wurzel ausrotten 
Wenn Israel Häuser von Terroristen zerstört, dann deshalb, weil dort ein Terrornest war; das hat nichts mit „Rache“ zu tun; wenn ein Palli glaubt, sich selbst töten zu müssen (was er natürlich darf), dabei allerdings per Sprengstoffgürtel 30 andere Menschen (meist Juden) tötet und 50 verletzt, und die israelische Luftwaffe anschließend die Infrastruktur der Pallis bombardiert, dann hat das nichts mit  „Rache“ zu tun. - Es ist lediglich die Verhinderung neuen Unheils, die Dezimierung jenes Grundes, aus dem Unkraut wuchert. Es ist eine Rodung von Unkraut, nichts weiter. Nach der „game theory“ notwendig und richtig: destruktives Verhalten zeitnah bestrafen, hart und zwar in einem Mehrfachen der Schwere der begangenen Untat. 



Die Hydra killen! 
Ganz so einfach wie in dieser Grafik funktioniert es eben nicht. Man darf in diesem Zusammenhang an Herakles' erfolgreiche Bekämpfung des destruktiven Ungeheuers erinnern: er besiegte die Hydra, obwohl für jeden abgeschlagenen Kopf neue nachwuchsen! Er hat nicht "verhandelt", sondern Gewalt gegen die Gewalt eingesetzt. 



Schöne Illustration des klassischen Gutmenschentums 


Den Terror an der Wurzel ausrotten
Es bleibt also dabei: man muß eben immer differenzieren. Gelegentlich ist Gewalt durchaus eine Lösung, manchmal sogar die einzige; immer aber ist sie eine Option, die man nicht leichtfertig verschenken darf. Wie man das Moralische vom Unmoralischen unterscheidet, dazu hat Vilém Flusser in seiner Betrachtung zu Heraklits oft und falsch zitierten Satz bereits alles gesagt: Vom Vater aller Dinge. Für das "Kriegsheft" der Spuren.

Vilém Flusser

Vom Vater aller Dinge.
Fuer das „Kriegsheft" der Spuren.


Alle Wohlmeinenden („bleeding hearts") sind selbstverstaendlich gegen den Krieg, so wie sie fuer die Mutterschaft sind. Das Malheur dabei ist, dass nicht alles gut ist, was gut gemeint ist. So ist zum Beispiel der Pazifismus der Dreissigerjahre mitverantwortlich fuer das nazistische Grauen, und vielleicht werden in naher Zukunft jene Leute, die gegenwärtig die Mutterschaft verherrlichen, fuer die Entsetzen der Ueberbevoelkerung verantwortlich gemacht werden. Wer es nicht wohl meint, sondern versucht, Meinungen durch Erkenntnisse zu ersetzen, der wird wohl oder uebel Begriffe wie „Krieg" (oder eben „Mutterschaft") relativieren muessen. So einer wird nicht nur davon ausgehen muessen, dass „Krieg" nur im Verhaeltnis zu etwas anderem gut oder schlecht ist, sondern auch, dass der Begriff „Krieg" nur innerhalb eines Relationsfeldes ueberhaupt einen Sinn hat. Zum Beispiel ist eben Krieg im Verhaeltnis zum Nazismus gut, und in einer anarchischen Lage greift der Begriff „Krieg" daneben. Unter dieser Voraussetzung soll hier ueber „Krieg" nachgedacht werden. Ein moeglicher Ausgangspunkt ist das Bedenken des Helden. Das scheint ein Mensch zu sein, in welchem sich der Krieg veredelnd verkoerpert. Wir haben uns den Helden in seiner urspruenglichen Form als mit Bronzehelm, Bronzeschild und Bronzeschwert vorzustellen. Es hat schon im Neolithikum Kriege gegeben, weil es schon damals Besitz gab, der gestohlen werden konnte und daher verteidigt werden musste. Aber es scheint vor Bronze keine Helden, sondern nur Diebe, Raufbolde und Nachtwaechter gegeben zu haben.
Hingegen ist in der aelteren Steinzeit vom Krieg keine Rede, obwohl es auch da Raufereien gegeben haben musste, schon weil nicht jede Frau zu jeder Zeit jedem Mann zur Verfuegung stehen konnte. Wahrscheinlich ist der Krieg so alt wie Ackerbau und Viehzucht, aber erst in der Bronzezeit wird er heldenhaft, das heisst tragisch. Ab dann ist er ernst zu nehmen. Was ein Held ist, koennen wir aus Homer und aus der Bibel erlesen. Beide Texte scheinen auf eine gemeinsame Quelle zuruekzugehen, in welcher unter anderem ein Held beschrieben wird, der „David" heisst, und dessen Schild beinahe exakt so aussieht, wie jenes des Achilles. Wenn man bedenkt, dass der gebe Judenstern eigentlich Davids Schild ist, dann kann man nicht umhin, an Benjamins Reproduzierbarkeit des Kunstwerks erinnert zu werden. Es geht jedoch beim Helden nicht nur um die Kostbarkeit seiner Ausstattung, sondern auch um seinen Mut, seinen furchtlosen Einsatz. Der Krieg ist nicht nur kostspielig, und von daher koestlich, sondern er ist auch so fuerchterlich, und kann nur von jenen durchgefuehrt werden, die der Koestlichkeit halber nichts fuerchten. Darin ist allerdings ein Widerspruch enthalten: wenn der Held nichts fuerchtet, warum ist er dann so koestlich ausgestattet? Das ist der Widerspruch, der im sogenannten „militaerisch-industriellen Komplex" verborgen ist, und Kritiker dieses Komplexes taeten gut daran, in Homer und der Bibel darueber nachzuschlagen.
Die ersten derartigen Kritiker waren die Philosophen. Sie dachten ueber den Heroismus nach, und kamen zum Schluss, dass er dumm ist. Der Held baeumt sich gegen das Schicksal auf, weil er in seiner Dummheit glaubt, es besiegen zu koennen. In Wirklichkeit bringt die heldenhafte Dummheit das Schicksal erst richtig ins Laufen. Gerade weil er seinem Schicksal entgehen will, toetet Oedipus seinen Vater, schlaeft mit seiner Mutter, und muß sich die Augen aus dem Kopf reissen. Was fuer ein Trottel der Held ist, zeigt sich bei Ulysses: gerade weil er ein Polytechniker ist (der „Listenreiche"), kommt er in eine ausweglose Lage „aporie" nach der anderen.Er selbst legt die Schlingen, in die er hineinfaellt (uebrigens eine Strategie, die fuer alle Kriegsspiele gilt, auch fuer das Spiel des polytechnischen Fortschritts). Kurz: das trojanische Pferd als Resultat des militaerisch-industriellen Komplexes wird seitens der Philosophen als ein tragischer Bloedsinn verurteilt.
Der Dummheit des Kriegs setzen die Philosophen die Beschaulichkeit des Friedens gegenueber. In der Beschaulichkeit „theoriea" wird die Struktur des Schicksals ersichtlich, und dies erlaubt dem Theoretiker, sich darin einzurichten. Dieses beschauliche Sich-abfinden mit dem Schicksal, diese Resignation, nennen die Philosophen das tugendliche Leben „arete". Heldentum als Gegensatz zu Tugend, und der Held als Gegensatz zum Philosophen: das macht den Frieden so unsymphatisch wie die Engelschoere den Himmel. Wenn Hannah Arendt die „vita activa" der „vita contemplativa" entgegensetzt, so bewegt sie sich in dieser Spannung zwischen Dummheit und Tugend, zwischen Krieg und Frieden, und die Sache wird tragischer als selbst bei Tolstoj.
Dass der Held in seiner koestlichen Ausstattung und seiner Dummheit eine tragische Figur ist (dass der Krieg ein kostspieliger tragischer Bloedsinn ist), muß eigentlich gar nicht angesprochen werden. Es genuegt, sich irgend ein Heldendenkmal aus welcher Zeit auch immer anzusehen, um dies einzusehen. (Dies wird bei den roemischen Statuen und wilhelminischen Saeulen besonders deutlich.) Und doch will die Tragik des Krieges bedacht sein.Als Nietzsche vom Ursprung der Tragoedie sprach, ist er der Bedeutung des Wortes nicht genuegend nachgegangen. „Tragoedie" heisst „Ziegengesang" (von „tragos=Ziegenbock" und „acidos=Saenger"). Wir haben es bei der Tragik des Kriegs mit dem Besingen von Ziegenboecken zu tun, und zwar nicht nur von Pan, sondern ebenso vom Suendenbock: der Krieg ist sowohl panisch wie suendhaft. Und zwar ist der Krieg panisch, gerade weil er ins Horn blaest, welches dazu bestimmt ist, den Suendenbock auszutreiben. Dieses Horn (hebr. Schofar) ist die Kriegsposaune, vor welcher die Feinde in panischen Schrecken weichen, und welche jenes letzte Gericht meldet, dank welchem wir alle anders werden.
Dank solch einer Posaune ist jeder Krieg der letzte Krieg aller Kriege, er wird gefuehrt, um alle kuenftigen Kriege zu vermeiden, er ist jenes letzte Gefecht, von dem die Internationale spricht, kurz: die Posaune zeigt den tragischen Bloedsinn des Krieges. Man darf sich das mit der Panik, mit dem Suendenbock nicht zu bequem machen, und den Krieg nicht zu einem phallischen Festspiel machen, worin wir alle die Narren abgeben. Denn wenn wir den Krieg derart freudisieren, vergessen wir an seinen relativ spaeten, jungsteinzeitlichen Ursprung, und koennen glauben, er sei in unserer genetischen Information vorgeschrieben. Im Gegenteil: um Krieg fuehren zu koennen, muessen die Helden einander gegenseitig zuerst ins Bockshorn jagen. Von selber, instinktiv, fuehrt niemand Krieg, weil jeder lieber auf der faulen Haut liegt. Wir sind eher fuer das kontemplative Leben programmiert, sind eher friedlich doesende als heldische Tiere. Ethologen zeigen, dass Graugaense kriegerischer sind als wir, und daher erinnern Kriegsfeiern und Kriegsreden so sehr an Geschnatter. Kurz: der Krieg ist eine kulturelle Simulation einer uns artfremden Sexualitaet, und Helden sind kuenstliche Ziegenboecke und Gaenseriche. Alles bisher Gesagte scheint sich auf den Krieg zur Bronzezeit zu beziehen und nichts mit dem Atomkrieg oder selbst mit jenem im Irak zu tun zu haben. Denn all dies bezieht sich auf heldische Kriege, also auf Ziegenboecke und Gaenseriche, und nicht auf jene bloekenden Schafsherden, in welche der gegenwaertige Krieg die Gesellschaft verwandelt.
Aber wenn man Heraklit den Dunklen bedenkt, dann zeigt sich, dass hier vom Krieg ueberhaupt, vom Krieg an sich gesprochen wurde. Heraklit meint bekanntlich, dass aus dem Urfeuer ãlogos" dank Krieg alle Dinge entstehen, und dass die Dinge dann wieder dank Frieden im Feuer ausgeloest werden. Den Krieg nennt er den Weg hinab, den Frieden den Weg hinauf, uns alles fliesst in diesem ewigen Auf und Ab zum und vom ãlogos". Wenn man seinen Satz, der Krieg sei der Vater aller Dinge, zitiert, vergisst man meistens, hinzuzufuegen, dass fuer Heraklit alle Dinge eine Art von Abfall sind, eine Art von Umweltverschmutzung, und dass daher Heraklit den Krieg als Vater alles Veraechtlichen (naemlich der dinglichen Welt) ansieht. Gaebe es den Krieg nicht, dann waere alles logisch, da es ihn aber gibt, gibt es so einen unlogischen Unsinn wie eben Dinge. Heraklit ist der erdenklich radikalste Pazifist: er war gegen die Dinge ueberhaupt, weil sie aus dem Bloedsinn des Krieges hervorkommen, und das hat Hegel (man wuerde sagen absichtlich) verschwiegen. Aber es ist gut, sich daran zu erinnern. Im allgemeinen Gerede wird immer auf Kriegszerstoerungen hingewiesen: vor dem Krieg gibt es Dinge wie Staedte, und nachher gibt es nichts mehr. Heraklit war umgekehrter Ansicht. Er meinte, der Zweite Krieg sei der Vater der gegenwaertigen deutschen Staedte, und gerade deshalb sei der Krieg ein Bloedsinn. Das ist zwar nicht die Lesart, mit welcher die Dunkelheit Heraklits in den Universitaeten erhellt wird, denn dort wird er ãontologisch" und ãdialektisch" gedeutet. Aber es ist eine naheliegende Lesart.
Heraklit hat Homer gelesen (leider nicht auch die Bibel), und hat daraus und aus der eigenen politischen Erfahrung in Ephesus eine Kriegstheorie entwickelt. Und erst gegenwaertig sind wir in der Lage, diese Theorie plausibel zu machen.Man kann die These vertreten, dass alle (oder beinahe alle) technischen Errungenschaften Kriegsfolgen sind, dass wir in diesem Sinn alle schwer kriegsgeschaedigt sind, und dass wenn wir Liebe statt Krieg machen wuerden, alle Dinge wieder verschwinden wuerden, und wir in den Frieden einer undinglichen, immateriellen Welt auf- oder untertauchen wuerden. Das ist keine hier vertretene These: dass der Krieg schlecht ist, weil er die schlechte Welt hervorbringt. Aber die These klingt ebenso wohlmeinend wie jene eingangs erwaehnte, wonach der Krieg schlecht ist, weil er die gute Welt kaputt macht.
Die hier vertretene These lautet: die Vaterschaft des Kriegs ist ebenso wie die Mutterschaft der Frauen eine zweideutige, bis tief in die Wurzeln des Daseins reichende Sache, und wenn man solche Sachen bedenkt, dann zeigt sich unsere tiefgruendige Dummheit .Seit der Apokalypse des heiligen Johann, und weiter nach rueckwaerts ueber den Propheten Isaias hinaus bis in unbekannte Quellen, wird der erloesende Krieg und das darauf folgende Millennium erwartet. Das sich naehernde Jahr 2000 bietet fuer diese Erwartung einen bequemen, und seitens der Medien ausgewerteten Stuetzpunkt. In solch einer Zeit ist es geboten, sich an Heraklit zu erinnern, um ein Gleichgewicht zu erhalten. Man wird die Welt nicht los, denn der Krieg ist ihr Vater.


Originalmanuskript
Vom Vater aller Dinge.
Fuer das „Kriegsheft" der Spuren.

________________________

Anmerkung: wegen der Brisanz dieses sprachkritischen Themas wurde dieser Text nach den bewährten Regeln der alten Rechtschreibung verfaßt, also unter bewußter Mißachtung der oktroyierten Dummheiten der durch die illegitime „Kultusministerkonferenz“ ins Leben gerufenen sogenannten „Rechtschreibreform“, die nichts anderes ist als eine Rechtschreib-Deform

Mein frecher Freund Franz

Immer wieder wird die Frage laut: wer ist eigentlich der Vater von Gandalf und Galahad? Ein wichtiges Problem offenbar! Bei Facebook gibt es dazu sogar schon eine Umfrage. Die längst fällige Klärung des who-is-who scheint also erstens noch offen und zweitens sehr wichtig, wenn nicht sogar richtig drängend zu sein. 


Sinnestäuschungen durch Bilder
Nun ist es naturgemäß bei Säugetieren und Menschen so, dass es immer recht klar - nämlich sichtbar - zutage tritt, wer die Mutter ist, unklar dagegen ist jedoch gelegentlich, wer der Vater ist, nicht umsonst werden gelegentlich Vaterschaftsprozesse geführt, wogegen man eher seltener  von Mutterschaftsprozessen hört. Doch das soll uns hier gar nicht aufhalten. Hier geht es eher um Schein und Sein, Lug und Trug, Irrungen und Wirrungen, aber auch um gedankliche Kurzschlüsse und Vorurteile. 


Pickenpechner, der "liebende Vater"
Genau hier kommt mein frecher Freund Franz ins Spiel. Denn er hatte eines Tages eine wirklich dreiste Idee: er schlug mir vor, einen seiner ehemaligen Geschäftspartner, der sich als mehrfach vorbestrafter Kleinkrimineller mit ergänzendem Hartz IV durchs Leben schlug und aus Prinzip gern auf Kosten anderer lebte, zu ärgern. Der Grund, warum Franz diesen Menschen - den er stets  konsequent und mit kindlicher Freude "Pickenpechner" oder "den liebenden Vater" nannte - so dringend und nachhaltig ärgern wollte, hat sich mir bis heute nicht erschlossen, aber ich muss ja auch nicht alles wissen. Manchmal genügt für die Organisation des Alltags die einfache Regel: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und jemand, der seine Frau nicht nur jahrelang hintergeht und betrügt, sondern auch die zwei Kinder, für die er irgendwann einmal jeweils eine Zelle gespendet hat, mit öffentlicher Ansage um deren Lebensunterhalt prellt, ist mein Feind. 


Pseudonym als Identität
Die Ausgangslage war also klar, man wollte den angeblich "liebenden Vater", der "seinen" Kindern nicht einmal Geburtstagsgeschenke zukommen lässt, ein wenig ärgern. Und mein Freund Franz wusste, wie das zu tun war: allein durch den nick Vater von Gandalf und Galahad. Dieser nickname war außergewöhnlich, unverwechselbar, und versprach allein deswegen schon einige Vorzüge für das angestrebte Google-ranking. - Gesagt, getan. Franz Poth eröffnete also auf seinen eigenen Namen - dieser Umstand ist juristisch bedeutsam! - etliche Konten bei eBay, bei Facebook, für Leserkommentare  oder kleinere Artikel bei diversen Zeitungen, sowie etliche homepages auf diesen schönen nick, sowie selbstverständlich auch einen Eintrag in die bekannte Suchmaschine Yasni. Nun konnte es losgehen. 


Persönlichkeitsrecht: das Recht am eigenen Bild 
Die Sahne auf dem Eis jedoch war: für alle diese Konten erbat sich Franz Poth von einem Dritten das Recht, dessen Bilder verwenden zu dürfen. Was dieser Dritte gern tat, aus Gründen, die hier keine Rolle spielen sollen. Dieser Coup gelang perfekt, führte zu mehreren gescheiterten Versuchen Pickenpechners, das alles juristisch zu unterbinden, und placierte in den Köpfen der interessierten Leserschaft eine feste Verbindung zwischen dem Bild und dem Namen Vater von Gandalf und Galahad. Franz Poth überlegte sogar allen ernstes, ob er beim Europäischen Patentamt einen Schutz von Vater von Gandalf und Galahad als Wort-Bild-Marke beantragen solle - mein Hinweis auf die damit verbundenen Kosten schreckte ihn allerdings davon ab. 


Wie man in den Wald hineinruft... 
Immerhin hat er sich dann, gegen eine geringe Gebühr, den nick Vater von Gandalf und Galahad als offizielles Pseudonym bei seiner Meldebehörde in den Personalausweis eintragen lassen. - Also, wie gesagt, mein Freund Franz ist ziemlich frech. Deshalb hatte er an all diesen Spielchen eine diebische Freude. Woraus man ersehen kann: wer sich als Pickenpechner mit meinem Freund Franz Poth anlegt, der muss sich warm anziehen. Wer sich aber warm anziehen muss, der wird unter Umständen etwas langsam und unbeweglich. 


(Fortsetzung folgt) 

Samstag, 21. Mai 2011

Sauber, sauber...

Das Netz ist schon irgendwie komisch. Inhalte werden unwichtig, weil SEO die Welt regiert. SEO, zu deutsch "Suchmaschinenoptimierung". Konkrete Anwendung: man müllt das Netz mit Spam zu, um seinen Machtanspruch zu demonstrieren. Dabei nimmt man tags (Schlagwörter), die einem anderen zuzuordnen sind. 

Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel. Man sucht Gandalf F. oder Galahad F. im Internet. Was passiert? Gleich als ersten Eintrag findet man (derzeit noch) einen Text, der nicht nur oberpeinlich ist für die beiden, wenn zum Beispiel Freunde nach ihnen suchen,  sondern der inhaltlich, stilistisch und juristisch höchst problematisch ist, nämlich voller Verleumdungen und übler Nachrede. Die früher dort eingestellten Bilder von Gandalf und Galahad mussten übrigens längst auf gerichtlichen Beschluss entfernt werden. Vor einem Jahr noch waren die ersten drei Google-Seiten mit diesem Dreck zugemüllt... 

Erstaunlich dabei ist, wie jemand, der nicht nur mehrfach vorbestraft ist, sondern der seit nunmehr neun Jahren keinen Cent Unterhalt für seinen Nachwuchs bezahlt, so großmaulig daherkommt. Da sollte man doch annehmen, dass so einer eher kleine Brötchen backt. Vor allem, wenn er Hartz IV bezieht und nebenher schwarz arbeitet. 

Inzwischen wird das Netz langsam wieder sauber. Denn Gandalf und Galahad haben ein Netzwerk, das sie tatkräftig unterstützt. Sucht man jetzt also Gandalf und Galahad, so findet man sie inzwischen auch. Mit den echten, wahren und relevanten Informationen. Und so soll es ja schließlich auch sein. Da können Mobber und Stalker ruhig zuhause bleiben. Zur Not kann man ja auch noch ein Gericht bemühen... 


 

Dienstag, 17. Mai 2011

Warum ausgerechnet „Resonanzen“?

Resonanz (lateinisch resonare „widerhallen“) bezeichnet: 
a) in der Physik und Technik die Übereinstimmung der Frequenz einer Anregung mit einer Resonanzfrequenz, 
b) in der Astronomie das rationalzahlige Verhältnis der Umlaufzeiten zweier Himmelskörper, 
c) in der Chemie die Erscheinung, dass die in einem Molekül vorliegenden Bindungsverhältnisse nicht durch eine einzelne Strukturformel dargestellt werden können (Mesomerie), 
d) die Aufmerksamkeit, die ein Vorgang in den Medien erlangt (Medienecho), 
e) ein Konzept der Konsensfindung in der ästhetischen Theorie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts (Einfühlungstheorie), 
f) einen Fachbegriff in der Soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann (Quelle: Wikipedia  

Kurz gesagt, es geht um eine „erzwungene Schwingung“ nach dem Motto: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“. Siehe auch: „Goldene Regel“ und „Spieltheorie“. Letztlich also mal wieder eine Provokation! 

Und die Idee hatte natürlich - wie so oft - meine Muse, die Mutter von Gandalf und Galahad.